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Das Wort Chilbi

Wissenswertes
Chilbi

Das Wort der Woche ist zu Ehren der in dieser Jahreszeit vielerorts stattfindenden Chilbenen die „Chilbi“, die schweizerische
Bezeichnung für den Jahrmarkt und den Rummelplatz. „Chilbi“ geht zurück auf altalemannisch „kilchwîhi“, bedeutet also
ursprünglich „Kirchweihe“. Die heutigen Chilbenen sind terminlich oft von den alten Kirchweihtagen losgelöst; dass aber
etwa der Termin des Zürcher Knabenschiessens mit seiner grossen Chilbi auf das zweite Septemberwochenende fällt,
ist eine Erinnerung an die alte „Züri-Chilbi“, die zur Feier der Zürcher Stadtpatrone Felix und Regula.


                      

Die Legende von St. Felix und Regula

 
Das früheste Zeugnis der beiden Zürcher Stadtheiligen Felix und Regula ist die "Passio", die im ausgehenden 8. Jh. von
Florencius, wohl einem alemann. Priester in Zürich, verfasst wurde. Ihr zufolge flohen die Geschwister aus der
Thebäischen Legion, die in Saint-Maurice umgebracht werden sollte, über Glarus nach Zürich, wo sie unter dem röm.
Statthalter Decius gefoltert und enthauptet wurden; anschliessend trugen die beiden Märtyrer ihre Häupter 40 Schritte
weit an ihre selbstgewählte Grabstätte. Um diesen Kern rankten sich bis zum Ende des MA weitere Legenden; die
wichtigste Ergänzung erfolgte im 13. Jh. mit der Einführung von Exuperantius als drittem Stadtheiligen.
 
Die moderne Forschung vertritt die These, die später von einem Kleriker festgehaltene Legende und die Verehrung
der Heiligen gehe auf die Auffindung eines ausserordentl. Grabes zurück. Über der Grabstätte entstand im 9. Jh. das
Zürcher Grossmünster, der Mittelpunkt des Heiligenkultes. Auch das Fraumünster (874) und die Wasserkirche (1000)
wurden zu Ehren der beiden Heiligen errichtet. Ihre Bilder prägten ab dem 13. Jh. die Zürcher Münzen sowie die Siegel
der beiden Stifte und des Rats. Als während der Reformation 1524 der Heiligenkult abgeschafft und die Kirchenschätze
beschlagnahmt wurden, sollen die Reliquien der beiden nach Andermatt gebracht worden sein, wo ihre Häupter bis heute
in der Pfarrkirche aufbewahrt werden. Die 1950 in Zürich erbaute kath. Kirche St. Felix und Regula, die mit Reliquien
von Andermatt ausgestattet wurde, erweckte die Verehrung der Stadtpatrone zu neuem Leben.
An ihrem einstigen Feiertag, dem 11. September, wird das Zürcher Knabenschiessen durchgeführt.

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